800 Jahre geschenktes Leben: Langzeit-Transplantierte der MHH feiern

Am DankeMal im MHH-Patientengarten: Langzeit-Lebertransplantierte, Angehörige und medizinisches Personal danken den Organspendern

Foto: Cornelius van Beekum / MHH

Rund 20 Patientinnen und Patienten, die seit mehr als 35 Jahren mit einer Spenderleber leben, trafen sich Mitte Juni erstmals gemeinsam an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Sie gehören zu den Menschen mit den weltweit längsten Überlebenszeiten nach einer Lebertransplantation – zusammen stehen sie für mehr als 800 Jahre gewonnenes Leben. Für die Rudolf Pichlmayr-Stiftung war Dr. Annika Ollrog dabei.

Wo alles begann

1972 gründete Rudolf Pichlmayr das Lebertransplantationsprogramm an der MHH – medizinisches Neuland, Schritt für Schritt erkundet. „Die Anfänge waren schwierig, weil wir alles erst lernen mussten: die Operationstechniken und das gesamte Management der Transplantierten", erinnert sich Prof. Dr. Burckhardt Ringe, langjähriger Oberarzt der MHH-Klinik. Pichlmayr und sein Team lernten schnell – und machten Hannover zu einem der führenden Transplantationszentren der Welt. Mehr als 4.000 Spenderlebern wurden hier seitdem transplantiert.

Gelebter Fortschritt

Was damals kaum vorstellbar schien, ist heute Alltag: Immunsuppressiva wirken gezielter, die Nachsorge ist individueller geworden, und die MHH transplantiert jährlich 300 bis 400 Organe – Empfängerinnen und Empfänger jeden Alters, vom Säugling bis zum Senior. Prof. Dr. Moritz Schmelzle, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, bringt es auf den Punkt: „Diese Patientinnen und Patienten zeigen eindrucksvoll, was Transplantationsmedizin leisten kann."

Dass sie das können, liegt an Generationen von Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften und Forschenden, die Pichlmayrs Arbeit weitergetragen haben – mit demselben Anspruch, aber immer besseren Mitteln.

800 Jahre in Zahlen und Gesichtern

Die Geschichten der Patientinnen und Patienten sind beeindruckend: Da ist zum Beispiel Ilse K.: Sie erhielt 1985 mit 36 Jahren eine neue Leber – nachdem ihre Krebserkrankung als unheilbar galt. Heute, 41 Jahre später, erlebt sie, wie einer ihrer Enkel studiert. Zwei Kinder, drei Enkel, zwei Urenkel. „Dank der Transplantation konnte ich nicht nur meine Kinder und deren Kinder aufwachsen sehen", sagt sie beim Treffen. Viele der Anwesenden kannten sich vorher nicht – und wussten nicht, dass es so viele andere mit ähnlich langer Geschichte gibt.

Diese Menschen sind der schönste Beleg dafür, wofür Rudolf Pichlmayr stand.

Unser besonderer Dank gilt Frau Dr. Ulrike Bode, die das Treffen maßgeblich gestaltet und uns eingeladen hat. Obwohl die Veranstaltung bewusst ohne große Öffentlichkeit stattfand, berichteten einige Medien und erzählen dabei weitere beeindruckende Patientengeschichten:

Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 12. Juni 2026

Berichte des Fahrgastfernsehens Hannover vom 12. Juni 2026

Weiter
Weiter

Die Vergangenheit loslassen: Nuris Geschichte